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LARS RECKERMANN

Muss man mögen

Hier gibt es Geschichten und Tresenabenteuer. Alles subjektiv, alles Geschmackssache.

Musse ma gemacht haben
 
 
 
 

ÜBER MICH

Journalist, leidenschaftlicher Lokalreporter, Allround-Dilettant :-) Immer neugierig - und überzeugter Kneipengänger und Stammtisch-Lauscher. Nach dem Studium direkt zur Zeitung und dort auch immer geblieben. Zuhörer, Beobachter und Aufschreiber.

 
 

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Lars Reckermann

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Lars Reckermann

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  • Lars Reckermann

Am Tresen mit der SPD

Ich: "Gertrud, machste mir ein Bier?"

Gertrud: "Ein Kleines …?"

Ich: "Nee, mach ruhig groß."

Die Skatspieler haben wieder den kleinen Ecktisch in Beschlag genommen. Draußen ist es stürmisch. Gertrud sitzt auf ihrem Barhocker hinter dem Tresen. Die Tür geht auf. Gertrud schaut zu den Skatspielern. Alle da. Mein Platz, direkt vor ihr auf der anderen Tresenseite, ist auch erwartungsgemäß besetzt.

Gertrud: "Sind doch alle da …?!"

Ein Mann kommt herein und setzt sich zu mir an den Tresen. Er ist angespannt.

Ich: "Moin, und wen haben wir da?"

Der Mann schaut mich an, lächelt und sagt: „Oh, Verzeihung. Ich bin die SPD“

Ich: "Na da bin ich aber baff. Die SPD ist ein Mann."

SPD: "Japp. Das wundert viele. Früher war das kein Thema. Jetzt wirste als Mann komisch angeguckt."

Gertrud: "Was darf es denn sein junger Mann?"

SPD: "Pils und Korn."

Ich: "Müsstest Du nicht in Berlin sein und regieren?"

SPD: "Das habe ich an die Familie abgegeben."

Ich: "Und … zufrieden?"

SPD: "Nö. Da läuft ja nichts. Ich predigte immer von sozialer Gerechtigkeit, den Fokus fest auf den kleinen Mann – und die kleine Frau natürlich –, auf die Basis, auf den Menschen, den Malocher. Guck Dich um. In Berlin fahren sie mit dem Audi A8 vor, und wenn die Parteioberen mal U-Bahn oder S-Bahn fahren, dann nur für ihre Instagram-Fotos. Es geht nicht mehr um Inhalte, es geht um Performance."

Ich: "Nun ja, die Zeiten haben sich geändert …"

SPD: "… aber doch nicht die Probleme. Nur weil die Teenager auf Insta sind, muss doch nicht die komplette Parteiführung Amok-Fotografieren. Nimm das Beispiel Auto stehen lassen, Benzinpreise rauf. Das macht in Berlin, München und Hamburg Sinn, hier auf dem Lande ist das Irrsinn."

Ein Skatspieler: "Also hier hält im Umkreis von ein paar Kilometern kein Bus."

Gertrud: "Du kommst doch sowieso mit dem Fahrrad."

Skatspieler: "Und das bei Wind und Wetter."

SPD: "Siehste."

Ich: "Ja und nun?"

SPD: "ch habe keine Ahnung, auch keine Ideen mehr. Die Jusos werden auf einmal die Königsmacher genannt, jeder muss in den Vorstand. Deshalb gibt es viele Vize und zwei Vorsitzende. Mann, der Schmidt hätte denen den Marsch geblasen und gut wäre - und der Wehner erst."

Ich: "Schmidt und Wehner klingt jetzt aber auch nicht nach Aufbruch und Neuanfang."

SPD: "Ich weiß, ich weiß. Vielleicht bin ich wirklich zu alt und komme nicht mehr mit. Dann muss man Schluss machen. Disruption heißt das. Gertrud, kennst Du Disruption?"

Gertrud: "Haben wir hier nicht. Hier gibt es Pils und Korn, das genügt. Das war gut, das ist gut und das wird auch gut bleiben."

Die Skatspieler klopfen gemeinsam auf den Tisch und nicken zustimmend.

Ich: "Im Ruhrgebiet sagt man, ‚nach fest kommt ab‘. Manches wäre gut geblieben, wenn man es einfach in Ruhe gelassen hätte. Die SPD ist jedem Trend hinterhergelaufen. Die Abgeordneten lieben die Fahrbereitschaft, das Abgeordnetenbüro und die Bahncard 100 …"

SPD: "Was soll ich denn machen. Wir verlieren jede Wahl und rechtfertigen das Ergebnis damit, dass es ja noch schlimmer hätte ausgehen können."

Ich: "Mach' es doch wie Gertrud. Finde Dein Pils und Korn. Was macht die SPD aus?"

SPD: "Soziale Gerechtigkeit, ganz klar soziale Gerechtigkeit."

Ich: "Na dann konzentriere Dich da drauf. Pflege diese Werte und kümmere Dich um Deine Kundschaft. Bei Gertrud sind das die Stammtische und Gäste, die eben Pils und Korn und guten selbstgemachten Kuchen mögen."

SPD (guckt sich in der kleinen Kneipe um): "Na ja, voll ist es hier nicht."

Ich: "Aber die Kunden wissen, was sie hier bekommen, es sind treue Kunden. Und Gertrud hört auf Ihre Kunden. Ich zum Beisopiel brauchte WLAN. Zack, bekam ich von ihr einen Zugang. Ohne Parteitagbeschluss, ohne die Basis zu fragen."

SPD: "Ich muss aber wachsen, brauche mehr Menschen, als es für eine Skatrunde benötigt."

Skatspieler: "Also wir sind gerne hier und kommen seit Jahren."

Gertrud: "Also mir reichen meine Gäste."

SPD: "Das ging mir auch einmal so, als wir noch mehr waren.. Jetzt habe ich aber kaum noch Kundschaft."

Gertrud: "Dann mach doch erst einmal wieder Pils und Korn oder wie Du es nennst, soziale Gerechtigkeit."

SPD: "Und sonst nichts …?"

Ein Skatspieler: "lso wenn es bei Dir demnächst nur soziale Gerechtigkeit gibt, komme ich mal vorbei."

SPD (grübelnd): "Mhm …"

Ich: "Und was machste jetzt?"

SPD: "Mal mit der Familie sprechen."

Ich: "Oha, dann wird das nichts … statt Pils und Korn gibt es dann Mixgetränke mit veganem Strohhalm."

SPD: "Also einfach nur soziale Gerechtigkeit?"

Gertrud: "Erst einmal eine kleine Karte. Was Du als SPD eben so stemmen kannst."

Ich: "Weißt Du, wie Pils und Korn im Norden unter anderem heißt?"

SPD: "Nö."

Ich: "Arbeiter."

SPD: "Ist nicht wahr."

Ich: "Also soziale Gerechtigkeit mit einem Arbeiter, da wäre doch alles drin."

SPD: "Den Spruch kaufe ich Dir ab, Da muss ich ja nicht eimal die Kampa einschalten. Was kostet der Slogan?"

Ich: "Ein Pils."

Gertrud: "Klein …?"

Ich: "Ne, mach ruhig ein Großes."



"Am Tresen mit ..." sind fiktive Geschichten. Nicht alle Gesprächspartner saßen neben mir, also nicht nüchtern ... nicht immer ... egal.