LARS RECKERMANN

Muss man mögen

Hier gibt es Geschichten und Tresenabenteuer. Alles subjektiv, alles Geschmackssache.

Musse ma gemacht haben
 
 
 
 

ÜBER MICH

Journalist, leidenschaftlicher Lokalreporter, Allround-Dilettant :-) Immer neugierig - und überzeugter Kneipengänger und Stammtisch-Lauscher. Nach dem Studium direkt zur Zeitung und dort auch immer geblieben. Zuhörer, Beobachter und Aufschreiber.

 
 

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Lars Reckermann

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Lars Reckermann

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Hochzeitstrilogie 2: Die Rache


Für die Rache rächten sich die Freunde.

Zwei Dinge, sind für dieses Kapitel meiner Halbzeitbiografie wichtig. Sie sollten den ersten Teil der Hochzeitstrilogie gelesen haben, und Sie sollten sich ja das Datum des Junggesellenabschieds merken, den 31. März 2000. Wobei… das Jahresdatum ist für diesen Teil unwichtig. Hier kommt die Rache:

Es war natürlich alles in allem ein toller Junggesellenabschied, und ich kam mit wenig Schlaf aus. Denn bereits nach vier Stunden meinte mich mein Kumpel Johannes gegen 9 Uhr wecken zu müssen. Weil ich mich noch etwas verkatert angehört haben muss, erntete ich gleich Spott und Hohn der Marke „Wer feiern kann, der kann auch…“ Er hatte den Satz noch nicht beendet, da reifte in mir ein grässlicher Racheplan. Noch ohne klare Stimme antwortete ich: „Verdammt Johannes, wo bin ich…? Er hatte mich über mein Handy angerufen.

„Wie, wo du bist“, sagte er und lachte. „Ich hoffe doch zu Hause!“

„Nein, dass ist definitiv nicht mein zu Hause“, antwortete ich und legte einen panischen Unterton in meine Stimme.

Johannes glaubte mir nicht, sagte noch etwas wie „verarsch mich nicht“ und legte auf.

Zwei Sekunden später schellte es auf unserem Festnetz zu Hause. Meine Zukünftige hatte alles mitbekommen und übernahm fortan das Festnetz. „Johannes, Du… wo seid Ihr, was macht Ihr mit Lars?“, fragte sie und drückte sich eine Träne aus ihrem Auge. Die konnte Johannes zwar nicht sehen, ich hatte aber eine Vorstellung bekommen, was meine Frau so alles draufhat. Gut zu wissen.

„Der ist bei den andern“, log Johannes. „Oh, ich glaube, die versuchen mich gerade zu erreichen“, schwindelte er ein zweites Mal. „Ich rufe Dich in drei Sekunden zurück“, folgte prompt Lüge Nummer 3.

Johannes hatten wir im Sack. Drei Sekunden später ging ein Telefon, aber nicht ein Festnetz-Telefon, sondern mein Handy. Johannes:

„Larsemann wo bist Du, was ist passiert?“

„Ich habe keine Ahnung, was haben wir denn gemacht?“

„Ja was weiß denn ich, ich bin gegen 3 Uhr abgehauen!“

„Oh Scheiße…“

„Wo bist Du, Lars?“

„Ich weiß es nicht, ehrlich. In einem Hotel glaube ich.“

„Bist Du alleine?“

„Sieht so aus.“

„Scheiße, scheiße, scheiße“, Johannes warf seine Denkmaschine an. „Was siehst Du, wenn Du aus dem Fenster schaust?“

Ich ging an unser Schlafzimmerfenster, schob etwas zu theatralisch den Vorhang beiseite, um meinem Auftritt die nötige Dramaturgie zu geben und improvisierte weiter. „Sieht wie der Bahnhof aus.“

„In welcher Stadt?“, fragte Johannes schnell nach.

„Das ist Dortmund.“

„Zieh Dich an, kauf einen dicken Strauß Blumen und dann ab nach Hause, Aki weint wie blöde. Ich halte sie etwas hin…“

„Warte“, rief ich hinterher. „Johannes…?“

„Was denn…?

„Ich habe keine Sachen mehr!“

„Bitteeeeeee?“

„Ich habe nichts zum Anziehen.“

Johannes legte auf. Ich schlug mir auf die Schenkel, musste mich aber schnell zusammenreißen, denn nur 30 Sekunden später rief mich Junggesellen-Partykumpel Dirk an. „Bist Du blöd…? Was machen wir? Pass auf, ich rufe Maka an, der bringt Dir Sachen, was machen wir mit Aki?“


Herrlich. Die Maschinerie war in Gang gekommen. Die Freunde kümmerten sich, jeder organisierte etwas, wenn auch noch etwas planlos, aber ich merkte, dass ich den Menschen nicht egal war und dass sie auch nach einer Nacht voller bezahlter Bierdeckel zu mir hielten.


„Schnell“, feuerte es aus Dirk heraus. „An der Zimmertür hängt bestimmt ein Schild, wie das Hotel heißt. Schau nach, ich rufe Dich gleich an – und schau auch nach, was die Bude kostet.“

Jetzt hatten Sie mich. Wie sollte ich so schnell auf einen Namen kommen. Es schellte wieder. Johannes.

„Du hast Scheiße gebaut, richtig Scheiße. Hast Du etwa…, bist Du mit einer…?“

„Johannes, ich weiß es nicht, sieht aber so aus, als sei nur eine Seite im Bett benutzt.“

„Das heißt nichts, oh mein Gott, doch das heißt… ihr habt nur… und dann ist sie…“

Ich musste mich voll zusammenreißen, um nicht zu implodieren. Jetzt wurde es heikel. Denn als ich mit Johannes sprach, rief Dirk auf unserem Festnetz an, um Aki zu beruhigen. Alles sei okay, eine Riesengaudi, der baldige Gatte käme bald.

Johannes verlangte von mir Makas Telefonnummer, er wollte ihn anrufen und mit Kleidung von mir losschicken. Schließlich hätte ich mich ja vor der Sause umziehen müssen. Einer der Freunde hätte schon meine Sachen. Ich hatte gerade aufgelegt, da rief Dirk an. „Wie heißt der Schuppen?“

„Keine Ahnung“, antwortete ich knapp und dachte schon ans Aufgeben. „Das Zimmer kostet auf jeden Fall 135 Mark.“

„Was siehst Du ausm Fenster.“

„Gegenüber geht es in die Fußgängerzone, rechts neben mir ist der Bahnhof.“

„Das reicht mir, ich weiß wo du bist, wir holen dich ab. Ist wirklich alles weg, hast Du noch irgendetwas gefunden von Dir…? Unterhose? Portemonnaie?“

„Nein, nichts.“

„Welche Zimmernummer?“, fragte Dirk sehr weise noch nach. „Ich glaube ja nicht, dass Du dich mit Reckermann eingecheckt hast?“

„Auch das weiß ich nicht.“ Ich ging zur Haustür machte sie auf und schloss sie wieder. „Am Zimmer steht 123“, sagte ich.

Jetzt wollte ich auch richtig einen losmachen. Sie erinnern sich? Mein Junggesellenabschied war am 31. März. Folglich hatten wir jetzt den 1. April. Das war mein bislang bester Aprilscherz.

Ich weihte Aki in meine Pläne ein. Ich würde ins Hotel fahren, ein Zimmer (hoffentlich gibt es dort 123) mieten, auf die Jungs warten und sie mit einem kräftigen „April, April“ aus dem Zimmer brüllen.


Doch meine Frau protestierte. „Du hattest Deinen Spaß, Johannes und Dirk reißen sich gerade den Arsch auf und ich habe auch nicht so große Lust, dass Du gerade als Oberstecher zur Lachnummer bei unseren Freunden wirst.“


Johannes rief noch einmal an. Er stellte 1000 Fragen und gab mir 1000 Versöhnungstipps. Ich unterbrach ihn in einer sehr ruhigen Stimmlage. „Johannes“, sang ich schon fast. „Joooohannes… Beruhige Dich. Ich muss Dir noch etwas Wichtiges sagen.“

„Was denn?“, schrie er.

„April, April.“

Man hörte seine Gedanken, man sah den Film, der sich in sekundenschnelle vor seinen Augen abspielte. Dann legte er auf. Ich habe es nicht mehr geschafft, ihn an diesem 1. April des Jahres 2000 ans Telefon zu bekommen.

14 Tage später rächten er und Dirk und alle anderen sich noch einmal an meiner Frau und mir. Dazu im letzten Teil meiner Hochzeitstrilogie mehr.

Reichen eigentlich 49 Jahre, na gut, fast 50 Lebensjahre aus, um eine Halbzeitbiografie zu schreiben? Ich denke, es hat sich eine Menge Kurioses, Schönes, Nachdenkliches und Lustiges angesammelt. Bis zu meinem 50. Geburtstag schreibe ich einige Erinnerungen hier einfach einmal nieder. Will doch keiner lesen? Ja Gott, dann lasst es. Wen es interessiert ... willkommen in meiner Welt.

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