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LARS RECKERMANN

Muss man mögen

Hier gibt es Geschichten und Tresenabenteuer. Alles subjektiv, alles Geschmackssache.

Musse ma gemacht haben
 
 
 
 

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Journalist, leidenschaftlicher Lokalreporter, Allround-Dilettant :-) Immer neugierig - und überzeugter Kneipengänger und Stammtisch-Lauscher. Nach dem Studium direkt zur Zeitung und dort auch immer geblieben. Zuhörer, Beobachter und Aufschreiber.

 
 

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Lars Reckermann

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  • Lars Reckermann

Mit dem Baby beim Arzt

Aktualisiert: Jan 14



Das erste Kind hat ja immer eine Sonderstellung. Es gibt mehr Fotos von ihm. Es gibt mehr neue Kinderkleidung. Und… es gibt mehr Arzttermine, viel mehr. Ich habe lange überlegt, ob ich diese Geschichte so aufschreiben soll, aber diese Geschichte gehört einfach zu meiner Biografie. Mit meiner Tochter habe ich gesprochen und mir die Freigabe geholt. Sie kann sich sowieso nicht mehr an diese Geschichte erinnern, weil sie damals viel zu jung war, ein Baby genau genommen. Los geht’s.


Als unsere Lisa noch ein Säugling war, bekamen meine Frau und ich es mit der Angst zu tun, weil unsere Erstgeborene nicht machen konnte, also Groß…, also Kacka… Sie wissen schon.


Da wir bei Kind Nr.1 erwartungsgemäß hyperaktive Eltern waren, fuhren wir sofort in die Kinderklinik. Dort sagte uns der Arzt zwar, dass es bei Kleinkindern normal sei, wenn sie eine längere Zeit keinen Stuhlgang hätten, wir schauten aber weiterhin so besorgt, dass der Doktor sagte, er könne dem Kind ja einen Einlauf machen. Er legte also unseren kleinen Schatz auf die Behandlungsliege und drückte ihr aus einer durchsichtigen Kanüle die Einlauflösung in den Popo. Nichts geschah. Lisa weinte nicht einmal. Sie wunderte sich wohl nur, dass aus der Stelle, aus der eigentlich etwas rauskommen sollte, nun etwas hereinkam.

Der Arzt schaute etwas ungeduldig auf seine Uhr und wippelte mit seinen weißen Gesundheitsschuhen.


Ich bemerkte die Metamorphose meiner Tochter zuerst. Ihre Wangen blähten sich plötzlich so auf, als habe sie acht Berliner gleichzeitig im Mund. Ich kontrollierte, ob der Arzt ihr nicht gerade eine Luftpumpe in den Po steckte, denn irgendwann wuchs auf einmal auch der Kopf. Derweil ich die Verwandlung in ein Michelin-Mädchen fasziniert verfolgte, erkannte der Herr Doktor die Situation zuerst und duckte sich zur Seite. Zum Mitschreiben: der Arzt, der den hippokratischen Eid geschworen hatte, tauchte ab. Die dann folgende Szenerie erinnerte mich an eine x-beliebige Baywatch-Folge. Plötzlich verlangsamte sich der Film. Die Krankenschwester tauchte in Zeitlupe mit dem Arzt weg und meine Frau und ich suchten Hände ringend Schutz, ohne zu wissen, vor was wir uns eigentlich schützen sollten. Dann plötzlich entlud sich meine Tochter. Wir waren in einem dieser Behandlungszimmer, die mit einer kleinen Scheibe den Blick in ein Nebenzimmer zulassen. Von dieser Scheibe lag meine Tochter etwa sieben Meter entfernt (ich habe es nachgemessen). Nach dieser rektalen Reaktion sah die Scheibe aus, als sei gerade das Teilnehmerfeld der Rallye Paris-Dakar an ihr vorbeigefahren.


Ich muss es frei herausschreiben: Meine Tochter hatte so geschissen, dass ihr kleiner Körper einen Rückstoß erlitt, als hätte sie gerade eine doppelläufige, abgesägte Schrotflinte abgefeuert. Während ich wirklich dachte, das Kind sei geplatzt, gluckste das Balg zufrieden.

Es stank fürchterlich in dem Raum und die Luftfeuchtigkeit beschlug umgehend die nicht eingesauten Fenster und Spiegel.


„Das war’s dann wohl“, sagte der Arzt. Er und die Schwester gingen. Meine Frau und ich wussten nicht, mit der Situation umzugehen. Das Kind und die Klamotten waren sauber, weil es artig die Kacka wegkatapultierte hatte. Der Raum sah aber sprichwörtlich, noch einmal Entschuldigung für diese Ausdrucksweise, scheiße aus. Wir wischten zumindest auf der Scheibe die verdaute Milchersatznahrung weg und schlichen uns davon.


Als wir die Tür hinter uns zuzogen hörte ich noch, wie die Empfangsdame einer Mutter mit ihrem verletzten Kind (Prellung) unseren Behandlungsraum zuwies. Ich glaube mich noch an den dumpfen Aufschlag zweier Körper auf den Krankenhaus-PVC-Fußboden zu erinnern. Ein mich anlachendes, von innen gereinigtes Baby ließ mich aber vergessen, diesem Geräusch nachzugehen.

Reichen eigentlich 49 Jahre, na gut, fast 50 Lebensjahre aus, um eine Halbzeitbiografie zu schreiben? Ich denke, es hat sich eine Menge Kurioses, Schönes, Nachdenkliches und Lustiges angesammelt. Bis zu meinem 50. Geburtstag schreibe ich einige Erinnerungen hier einfach einmal nieder. Will doch keiner lesen? Ja Gott, dann lasst es. Wen es interessiert ... willkommen in meiner Welt.

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