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LARS RECKERMANN

Muss man mögen

Hier gibt es Geschichten und Tresenabenteuer. Alles subjektiv, alles Geschmackssache.

Musse ma gemacht haben
 
 
 
 

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Journalist, leidenschaftlicher Lokalreporter, Allround-Dilettant :-) Immer neugierig - und überzeugter Kneipengänger und Stammtisch-Lauscher. Nach dem Studium direkt zur Zeitung und dort auch immer geblieben. Zuhörer, Beobachter und Aufschreiber.

 
 

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Lars Reckermann

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  • Lars Reckermann

Shitstorm beim Parken

Aktualisiert: Jan 14


Parken Sie nie Ihr Auto in der Pole Position, wenn schon bis Reihe 135 alle anderen Parkplätze besetzt sind. Meist, ach was sage ich: immer gibt es einen guten Grund, dass eben jener Stellplatz kein Vehikel beherbergt.


Meinem Kumpel Lise und mir ging das 1989 so. Wir waren zusammen unterwegs nach Lacanau, einem netten Badeort an der französischen Atlantikküste. Wir fuhren die Nacht durch und kamen morgens gegen 5 Uhr an unserem Campingplatz „Les Grand Pins“ an. Es hatte sich trotz dieser frühen Uhrzeit schon eine beachtliche Schlange vor dem Haupttor des Platzes gebildet. Geöffnet wurde um 7 Uhr, die meisten Camper, die vor uns da waren, schliefen in ihren Autos oder genossen den Sonnenaufgang am Meer. Wir versuchten uns etwas vorzudrängeln und suchten einen freien Parkplatz näher am Eingangstor. Und, oh Wunder, ganz vorne klaffte eine satte Lücke, in die nun wirklich jeder Trottel einparken konnte. Und Lise war quasi mit dem Lenkrad in der Hand aufgewachsen. Sein Vater war Busfahrer, der steuerte ganz andere Kaliber als einen grünen Ascona B.



Der Weg zum Campingplatz. Foto: Googlemaps

Lise sah die Parklücke, steuerte auf einen minimalen Bordstein zu, es war kein Steinbordstein, sondern ein kräftiges Kantholz, dass die komplette Straße entlang verlegt war. Wie dem auch sei, er wollte über diesen kleinen Bordstein fahren und brachte sein Auto in eine Wippposition… Moment mal, warum wippten wir überhaupt…? Hinter dem Bordstein kam erst einmal nichts. Der lose Sandboden hatte sich von diesem drei Meter langen Randstreifen verabschiedet und einen Minicanyon hinterlassen. Auf dem wippten wir nun. Das Auto hing auf dem Bordstein. Aufgesetzt!


Lise und Auto ist wie Deutsche Fußballnationalmannschaft und Nutella, beides gehört zusammen. Das blanke Entsetzen war ihm ins Gesicht gemeißelt, als ihm nach wenigen Minuten (!) im Schockzustand bewusst wurde, in welch’ heikler Lage sich sein grüner Bomber befand. Wohl wissend, dass Reifen, wenn sie keinen Kontakt zum Boden haben, nicht ihren Zweck der Fortbewegung erfüllen, versuchten wir es trotzdem. Wir machten einen Höllenlärm und hatten uns bereits um 5.30 Uhr so viele Feinde gemacht, wie ein Düsseldorfer Heterosexueller in einer Kölner Schwulenbar.


Ich hatte alle Mühe, Lise davon abzuhalten, am Tag 1 unseres Urlaubs, Tag 14 und damit die Abreise einzuläuten. Lise las nur noch die Auslandsbedingungen seiner Automobil-Mitgliedschaft (ACE) durch und freute sich, dass sein Ascona „notfalls auf einem Autotransporter“ den geordneten Rückzug antreten könnte. Irgendwie gelang es uns mittels herumspringen auf dem Kofferraum bei gleichzeitigem Gasgeben den aufgebockten Wagen komplett in die Düne zu manövrieren. Jetzt wippten wir nicht mehr, jetzt drehten im Sand nur noch die Reifen durch. Inzwischen waren sicherlich durch den Krach auch einige Camper im Luftlinie etwa 200 Kilometer entfernten Spanien wach geworden – ich sagte das auch Lise, der murmelten aber nur ein leises „na dann, buenos días“.


Hatte ich erwähnt, dass Lise zu dieser Zeit Mitglied im THW war, also im Technischen Hilfswerk. Im Kofferraum befand sich deshalb auch diverses nützliches Bergungsgerät, dass einem der nette Autohändler sonst nicht in Reparaturkitt packt – unter anderem hatte Lise einen Klappspaten dabei. Den, schlug ich in bester Mc-Gyver-Kenntnis vor, „postieren wir unter das Hinterrad, er sorgt für einen starken Untergrund, du gibst vorsichtig Gas und schon haben wir den rettenden Asphalt erreicht“. Gesagt getan. Klappspaten unter Autoreifen gelegt, Gas gegeben, Reifen durchgedreht, Klappspaten unter sich begraben, Wagen nicht einmal im Millimeterbereich von der Stelle gekommen. Der Motor musste inzwischen auch nicht mehr so laut aufheulen, weil gerade die Kupplung eine Zwangspause eingelegt hatte.

Inzwischen war es 7 Uhr, wir waren schon persona non grata und hatten zumindest all den kleinen französischen Bälgern, die sich längst an unserer Not ergötzten, etwa 100 deutsche Schimpfwörter beigebracht. Wir nannten das vulgäre Völkerverständigung.


Es half nichts, wir kapitulierten und suchten den Boss vom Campingplatz auf. Erst einmal hatte er keine Zeirt für uns, weil er ja all die Wartenden abfertigen musste und dann dauerte es noch etwas, die aufgeregten Camper zu beruhigen, die sich über die nächtliche Ruhestörung beschwerten. Dann aber, so gegen 17 Uhr, hatte ratz-fatz seinen Geländewagen vors grüne, deutsche Automobil gesetzt und uns binnen Sekunden wieder auf den rechten Weg gebracht. Bergungskosten: 300 Franc. Danke EU!


Wir bekamen einen Campingplatz zugewiesen, der gemessen vom Parkplatz aus, den denkbar weitesten Abstand vom Tatort hatte. Das war auch gut so. Andernfalls hätte uns der Mob vermutlich neben dem Klappspaten verbuddelt. Ach ja, der liegt übrigens noch immer im Sand von Lacanau, nur wenige Schritte vom freien Parkplatz entfernt. Ich schreib’s nur, falls Sie einmal in eine ähnliche Situation kommen sollte.


Reichen eigentlich 49 Jahre, na gut, fast 50 Lebensjahre aus, um eine Halbzeitbiografie zu schreiben? Ich denke, es hat sich eine Menge Kurioses, Schönes, Nachdenkliches und Lustiges angesammelt. Bis zu meinem 50. Geburtstag schreibe ich einige Erinnerungen hier einfach einmal nieder. Will doch keiner lesen? Ja Gott, dann lasst es. Wen es interessiert ... willkommen in meiner Welt.

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